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Behandlung & OP

Hautstraffung: Wann ist sie sinnvoll?

Zwei Wege führen zur strafferen Haut: die Plasma-Straffung während der Liposuktion — bei uns der Regelfall — und die chirurgische Straffung, wenn der Hautüberschuss zu groß ist.

LipoVida Redaktion
October 19, 2026

Warum die Frage dazugehört

Bei einer Lipödem-Liposuktion wird teils erhebliches Volumen entfernt. Die Haut darüber muss sich an die neue Form anpassen — ähnlich wie nach einer Schwangerschaft oder einer größeren Gewichtsabnahme.

Wie gut das gelingt, hängt von Faktoren ab, die Sie nicht beeinflussen können: der erblich geprägten Elastizität Ihrer Haut, Ihrem Alter, dem Stadium des Lipödems, der entfernten Menge und Vorbelastungen wie starken Gewichtsschwankungen, Schwangerschaften oder Rauchen.

Deshalb denken wir die Straffung nicht erst hinterher mit, sondern von Anfang an. Dafür gibt es zwei Wege, die sich ergänzen: die Plasma-Straffung während der Liposuktion und, wenn nötig, die chirurgische Straffung. Der erste ist bei uns der Regelfall, der zweite die Ausnahme für deutlichen Hautüberschuss.

Plasma-Straffung während der Operation

Wir kombinieren die Liposuktion sehr häufig mit einer Renuvion-Plasma-Behandlung — im selben Eingriff, in derselben Narkose.

Technisch läuft das so: Nachdem das Fettgewebe abgesaugt ist, wird eine dünne Sonde durch dieselben millimetergroßen Zugänge unter die Haut geführt. Sie gibt Helium-Plasma in Kombination mit Hochfrequenzenergie ab. Das Bindegewebe unter der Haut zieht sich dadurch unmittelbar zusammen, und in den folgenden Monaten bildet sich zusätzliches Kollagen.

Der große Vorteil: Es entstehen keine zusätzlichen Schnitte und keine neuen Narben. Es braucht keine zweite Narkose, keine zweite Ausfallzeit und keinen zweiten Termin — die Straffung ist Teil der Operation, die ohnehin stattfindet. Behandeln lassen sich damit Arme und Beine ebenso wie Bauch, Taille, Flanken, Rücken, Gesäß sowie Kinn und Hals.

Was die FDA-Freigabe bedeutet

Renuvion ist in den USA von der FDA freigegeben, unter anderem ausdrücklich für die Koagulation des Unterhautgewebes im Anschluss an eine Liposuktion. 2022 erhielt das Gerät als erstes überhaupt eine eigene Freigabe für die Verbesserung des Erscheinungsbilds erschlaffter Haut an Hals und Kinn — auf Grundlage einer klinischen Studie.

Zwei Einordnungen gehören dazu: Formal handelt es sich um eine sogenannte 510(k)-Freigabe, nicht um eine Zulassung im strengen Sinne. Und die FDA ist die US-Behörde; in Europa ist die CE-Kennzeichnung maßgeblich. Der eigentliche Wert liegt darin, dass das Verfahren in kontrollierten Studien untersucht wurde — in der ästhetischen Medizin ist das keine Selbstverständlichkeit.

Die Grenzen gehören ebenso zur Ehrlichkeit: Plasma strafft bestehendes Gewebe, es entfernt keine Haut. Bei deutlich überdehnter Haut mit hängenden Lappen reicht es nicht aus. Und das Ergebnis zeigt sich nicht sofort — der Kollagenaufbau braucht mehrere Monate.

Chirurgische Straffung — wenn Haut weg muss

Wenn nach der Liposuktion tatsächlich ein Hautüberschuss bleibt, den kein Straffungsverfahren von innen lösen kann, ist die chirurgische Straffung der ehrliche Weg. Dabei wird überschüssige Haut entfernt und das Gewebe neu adaptiert.

Dafür sprechen vor allem drei Situationen:

Funktionelle Beschwerden. Überhängende Hautschürzen an Oberschenkelinnenseite, Knie oder Oberarm scheuern, in den Falten entstehen Hautreizungen und Entzündungen, die Kompression sitzt nicht richtig.

Bewegungseinschränkung, wenn überschüssige Haut beim Gehen stört.

Deutlicher Ästhetikwunsch nach abgeschlossener Rückbildung — nach einem oft jahrelangen Weg ist der Wunsch, am Ende mit dem eigenen Körper im Reinen zu sein, gut nachvollziehbar.

Der Preis ist eine Narbe. Sie ist deutlich länger als die millimetergroßen Zugänge einer Liposuktion, verblasst über Monate bis Jahre, verschwindet aber nicht. Die Ausfallzeit ist länger, die Wundheilung anspruchsvoller. Diesen Tausch — Hautüberschuss gegen Narbe — muss man bewusst eingehen wollen. Wir besprechen vorher genau, wo die Narbe verlaufen wird.

Der richtige Zeitpunkt

Die Plasma-Straffung hat ihren Zeitpunkt automatisch: während der Liposuktion. Bei der chirurgischen Straffung ist Geduld dagegen entscheidend.

Sechs Wochen nach der Operation sieht fast jede Haut schlaffer aus, als sie am Ende sein wird — Schwellungen, Blutergüsse und der noch laufende Umbauprozess verzerren das Bild. Die Rückbildung zieht sich über sechs bis zwölf Monate. Wer in dieser Phase schneidet, entfernt möglicherweise Haut, die sich noch zurückgezogen hätte, und tauscht ein vorübergehendes Problem gegen eine bleibende Narbe.

Eine Ausnahme gibt es: Wenn von vornherein absehbar ist, dass gestrafft werden muss — etwa bei stark überdehnter Haut im Stadium 3 — kann die Kombination beider Eingriffe in einer Sitzung sinnvoll sein. Das spart Ihnen eine Narkose und eine komplette Ausfallzeit.

Unser Vorgehen

Im Beratungsgespräch schätzen wir ein, wie Ihre Haut voraussichtlich reagieren wird, und planen die Plasma-Straffung gleich mit ein, wenn sie sinnvoll ist. Zum Nachsorgegespräch beurteilen wir gemeinsam, wie sich das Gewebe entwickelt hat — und oft lautet die Antwort, dass kein weiterer Schritt nötig ist.

Falls doch: Wir führen die Straffung in denselben Händen durch wie die Liposuktion. Wer das Gewebe bereits operiert hat, kennt den Verlauf und kann die Schnittführung darauf abstimmen.

Noch Fragen zu Ihrer Situation?

In der Sprechstunde nehmen wir uns Zeit für Ihre Fragen und erstellen gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Behandlungsplan.

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