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Grundlagen 

Lipödem erkennen: die vier Typen und drei Stadien

Typ oder Stadium — was ist der Unterschied? Der Typ beschreibt, wo sich das Fett verteilt, das Stadium, wie die Haut darüber aussieht. Beides zusammen ergibt erst das vollständige Bild.

LipoVida Redaktion
October 19, 2026

Zwei Einteilungen, die oft verwechselt werden

Wenn Sie die Diagnose Lipödem erhalten, hören Sie meist zwei Angaben: einen Typ und ein Stadium. Beide beschreiben etwas völlig Unterschiedliches, werden aber im Alltag gern durcheinandergebracht.

Der Typ sagt, wo sich das krankhafte Fettgewebe verteilt — also welche Körperregionen betroffen sind. Das Stadium beschreibt, wie sich die Hautoberfläche über diesem Gewebe verändert hat. Eine Patientin kann Typ III im Stadium 1 haben: das gesamte Bein betroffen, die Haut darüber aber noch völlig glatt.

Die vier Typen

Typ I — Gesäß und Hüfte. Die Fettvermehrung beschränkt sich auf Gesäß und Hüften, die klassische „Reiterhose“. Ober- und Unterschenkel sind meist noch schlank.

Typ II — Hüfte bis Knie. Das Gewebe reicht bis zu den Knien. Typisch sind Fettpolster an der Knieinnenseite, die beim Gehen aneinanderreiben.

Typ III — Hüfte bis Knöchel. Das gesamte Bein ist betroffen. Die Füße bleiben ausgespart — dadurch entsteht die typische Stufe am Knöchel, das sogenannte Kragenphänomen.

Typ IV — Beine und Arme. Zusätzlich sind die Arme betroffen, meist Oberarme bis zu den Handgelenken. Hände und Füße bleiben wie bei allen Typen schlank.

Die drei Stadien

Stadium 1. Die Hautoberfläche ist glatt, das Fettgewebe darunter fühlt sich feinknotig an — vergleichbar mit Styroporkugeln unter der Haut. Von außen ist oft nichts zu sehen außer der Disproportion zwischen Rumpf und Beinen.

Stadium 2. Die Haut wird uneben und wellenartig, die Knoten im Gewebe werden gröber. Dellen sind auch im Stehen sichtbar.

Stadium 3. Das Gewebe nimmt deutlich an Umfang zu, es bilden sich überhängende Fettlappen an Knie, Knöchel oder Ellenbogen. Diese Wulste können das Gehen mechanisch behindern.

Warum das Stadium nichts über Ihre Schmerzen aussagt

Das ist der Punkt, an dem die gängige Einteilung an ihre Grenzen stößt: Sie bewertet ausschließlich das äußere Erscheinungsbild. Der Schmerz kommt darin nicht vor.

In der Sprechstunde erleben wir regelmäßig Patientinnen im Stadium 1, die unter ständigem Druckschmerz und Spannungsgefühl leiden — und Patientinnen im Stadium 3, die vergleichsweise wenig Beschwerden haben. Ein niedriges Stadium ist also kein Grund, Beschwerden herunterzuspielen oder eine Behandlung aufzuschieben.

Woran Sie ein Lipödem sonst noch erkennen

Neben Verteilung und Hautbild gibt es Merkmale, die unabhängig von Typ und Stadium auftreten:

  • Symmetrie. Beide Beine beziehungsweise beide Arme sind gleichermaßen betroffen — ein einseitiges Anschwellen spricht eher für ein Lymphödem.
  • Druck- und Berührungsempfindlichkeit. Schon leichter Druck kann wehtun, manchmal reicht eine Umarmung.
  • Neigung zu blauen Flecken. Hämatome entstehen ohne erinnerbaren Anlass.
  • Spannungs- und Schweregefühl, das im Tagesverlauf zunimmt und bei Wärme schlimmer wird.
  • Unveränderlichkeit durch Diät. Bei Gewichtsabnahme schwinden Taille, Gesicht und Brust — die betroffenen Areale bleiben.

Typisch ist außerdem der Beginn in Phasen hormoneller Umstellung: Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahre. Betroffen sind fast ausschließlich Frauen.

Die Einordnung gehört in die Sprechstunde

Typ und Stadium lassen sich nicht über Fotos im Internet bestimmen. Zur Diagnose gehören ein ausführliches Gespräch über Verlauf und Beschwerden, eine körperliche Untersuchung von Proportionen, Haut und Bindegewebe sowie eine Ultraschalluntersuchung, mit der sich knotige Veränderungen darstellen und die Fettschichtdicke messen lassen.

Erst dieses Gesamtbild entscheidet, ob überhaupt ein Lipödem vorliegt — und welche Behandlung sinnvoll ist. Konservative Maßnahmen wie Kompression, manuelle Lymphdrainage und Bewegung lindern Beschwerden, verändern das krankhafte Fettgewebe selbst aber nicht. Die Liposuktion ist das einzige Verfahren, das es entfernt.

Wenn Sie sich in den Beschreibungen wiedererkennen, lohnt sich ein Termin bei Ärztinnen und Ärzten, die das Krankheitsbild täglich sehen. In Münster und Dortmund nehmen wir uns dafür Zeit.

Noch Fragen zu Ihrer Situation?

In der Sprechstunde nehmen wir uns Zeit für Ihre Fragen und erstellen gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Behandlungsplan.

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